Kirschblüte auf der Rü

30. März 2021
© Gerd Lorenzen

Die Kirschblüte, die jedes Jahr die Rüttenscheider Straße – kurz Rü – verzaubert, ist ein Markenzeichen des Essener Stadtteils Rüttenscheid und in dieser Dichte kaum sonst in Essen zu finden. Ein Traum in rosa und weiß, der Lust auf Frühling macht ist die Kirschblüten-Pracht auf der Rü. Immer dann, wenn die Tage länger und wärmer werden, ist es besonders schön hier zu flanieren und das spektakuläre Farberlebnis zu bewundern. Zuerst erblühen die rosa Kirschblüten, rund zwei Wochen später die weißen … um sie zu sehen, solltet ihr euch allerdings beeilen, denn die Kirschblüte ist ein sehr kurzes Vergnügen!

Tadashi Nakamura und die Rüttenscheider Kirschblüte

© offguide

Dazu gibt es eine schöne Geschichte: Und zwar wurden die Kirschbäume – etwa 200 – von Tadashi Nakamura gespendet. In den 1950er Jahren kam der Chemiker Tadashi Nakamura im Auftrag des Weltkonzerns Mitsui nach Essen. Damals ratterte noch die Straßenbahn über die Rü und die Gehwege zu beiden Seiten waren so schmal, dass keine Außengastronomie denkbar war. Erst mit dem Bau der U-Bahn wurde die Rü in ihrer heutigen Form neu gestaltet und erhielt nicht nur breite Bürgersteige, sondern auch ihr grünes Gewand, das Tadashi Nakamura Ende der 1980er Jahre spendete, und dessen Blüte er immer wieder miterlebte.

Auch nach seiner Rückkehr nach Japan blieb der fließend deutsch sprechende Nakamura der Stadt Essen – die er als seine zweite Heimat empfand – eng verbunden. Fast jährlich, bis zu seinem Tod im Alter von 88 Jahren, besuchte er in Essen alte Freunde und bekannte Orte. Gewürdigt wird der »Vater der Kirschblüte« mit einer Gedenktafel am Rüttenscheider Stern (Höhe Eisdiele Gioia, gegenüber von Elsweiler). Noch mehr Orte für rosa Blütenzauber in Essen findet ihr hier.

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