Rü-Fest: IGR Vorsitzender Rolf Krane im Interview

28. Mai 2019

Seit 1988 ist das Rü-Fest eine feste Größe im Terminkalender, sowohl in Essen als auch darüber hinaus. Und auch in diesem Jahr werden wieder tausende Besucher am 8. Juni ab 11 Uhr über Essens Flanier- und Erlebnismeile schlendern und kurzweilige Stunden verbringen. offguide hat mit Rolf Krane, dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Rüttenscheid gesprochen.

Wie schwierig ist es, jedes Jahr neu die Geschäftsleute und die Vereine aus dem Viertel zu motivieren, sich beim Rü-Fest zu beteiligen?

Vereine und gemeinnützige Einrichtungen sind natürlich immer gern gesehen. Diese können kostenfrei beim Rü-Fest mitmachen. In diesem Jahr sind es ca. 30 Stände. Was es natürlich nie genug geben kann, sind Stände von den anliegenden Geschäften oder generell Rüttenscheidern. Hier freuen wir uns über jeden, der mitmacht. Die Teilnahme lohnt in jedem Fall, weil das eigene Geschäft gesehen wird und die Betreiber viele neue potentielle Kunden finden.

Da das Rü-Fest extrem viele Besucher anzieht und sehr gut läuft, gibt es eine gute Nachfrage auch seitens der Standbetreiber.

Erzählen Sie doch mal etwas über die Geschichte. Wie ist das Rü-Fest entstanden?

Es begann vor 31 Jahren, in den Anfängen der IGR. Einer der Initiatoren war der umtriebige und immer innovative Gastronom »Pumpen-Hannes« Schmitz. Der hatte als einer der ersten überhaupt Bungeejumping mit zwei Kränen auf dem Parkplatz Rüttenscheider Stern aufgebaut. Eine Idee von Jochen Schweizer, dessen Unternehmen damals noch in den Anfängen war.

Das Rü-Fest entwickelte sich schnell und beständig. Vor 21 Jahren habe ich die Organisation, eigentlich ungewollt aus einer Notlage heraus, übernommen. Damals ging das Rü-Fest von der Baumstraße bis zur Flora. Die räumliche Ausdehnung war also deutlich größer als heute.

Den Charakter des Publikums haben wir bewusst mehrfach gesteuert, indem wir das Musikangebot verändert haben. Wie generell, so auch beim Rü-Fest, geht es uns nicht um möglichst viele Besucher, sondern um einen angenehmen Mix.In den letzten Jahren haben wir sicher die meisten Stände und Besucher, was für die Attraktivität der Veranstaltung spricht. Dem Reflex mancher zu denken früher war alles besser, stehen harte Fakten gegenüber, wie die steigenden Besucherzahlen, die wiederkehrenden Händler und Stände sowie die wenigen Einsätze von Polizei und Johanniter. Das beweist, dass das Fest in der Tendenz stetig besser wird. Ich freue mich meist über das sehr gute Publikum.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Organisation?

Für mich persönlich ist die größte Herausforderung die Menge an Ständen zu koordinieren und jedem gerecht zu werden. Erschwerend kommen immer neue Auflagen hinzu, welche die Kosten für das Rü-Fest in die Höhe treiben. Wir sind nunmal keine professionelle Event-Agentur, sondern Bürger, die ehrenamtlich etwas für ihren Stadtteil tun. Das ist mitunter anstrengend und sicher nicht immer perfekt. Würden wir allerdings eine Event-Agentur buchen, bliebe kein finanzieller Gewinn für den Stadtteil übrig.

Gibt es neue Highlights auf dem diesjährigen Rü-Fest?

Ein echter Überraschungserfolg im vergangenem Jahr war die neue Lila Bühne an der Ampütte. Dies wird 2019 fortgesetzt. An der Martinstraße gibt es wieder die beliebten Aussichtsfahrten und einige Kinderaktionen. Weitere Angebote für Kinder gibt es auch an der Flora, wo die EKV-Karnevalisten ein Bühnenprogramm rund um Schlager präsentieren. Ansonsten bieten die sechs Bühnen ein breites Spektrum an Musikrichtungen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Gutes Wetter, weiterhin nettes Publikum, weniger Auflagen und das Wohlwollen und Verständnis aller, auch jener, die für einen Tag tolerant sein müssen, denn das Rü-Fest dient dem Stadtteil und trägt zur Finanzierung der Blumensäulen sowie der Winterbeleuchtung in Rüttenscheid bei.

08.06.2019 | Rüttenscheid | Mehr Infos

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