Nachhaltige Lichtkunst beim Essen Light Festival

22. Oktober 2019

Sieger des »Remondis Light Awards« zeigen ihre Werke beim Lichtfest

Im Rahmen des Essen Light Festival werden vom 25. Oktober bis 3. November 2019 die fünf grünen Gewinner, die mit dem ersten »Remondis Light Award« ausgezeichnet wurden, mit einer Ausstellung ihrer Werke geehrt. Die Jury bestimmte die Lichtkunstwerke »Jellyworld«, »Algorythmatrix der Möglichkeiten für post-anthropozänisches plastiglomeratisches Leben«, »Aufbruch«, »Quantum Flower Ballet« und »Elantica« als Siegerbeiträge. Im Februar hatte das Essen Light Festival der EMG – Essen Marketing GmbH mit Unterstützung der Lumen in Art B.V. aufgerufen, Lichtkunst einzureichen, die sich mit Kreislaufwirtschaft, Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt.

Die Jury erhielt insgesamt zahlreiche Lichtkunst-Konzepte aus Deutschland und dem Umland, aus denen sie fünf Lichtkunstwerke und damit die entsprechenden Sieger auswählte. Remondis-Geschäftsführer Guido Hanning: »Wir freuen uns über die vielen tollen Bewerbungen. Dies zeigt, dass wir mit dem ›Remondis Light Award‹ den Nerv der Zeit getroffen haben. Zudem können wir wichtige Anstöße zu mehr Umweltbewusstsein geben.« So sind sämtliche Gewinner-Kunstwerke zum Großteil aus Verbrauchsmaterialen gefertigt.

Klanginstallation von Mark Swysen © Uwe E. Nimmrichter

Zu erleben sind die fünf Installationen im Rahmen des Essen Light Festival. Neben dem Erhalt des Awards ist die Präsentation auf dem Lichtkunstfestival weiterer Bestandteil des Gewinns. EMG-Geschäftsführer Richard Röhrhoff: »Der ›Remondis Light Award‹ hat bereits im ersten Jahr in der Lichtkunstszene für Aufsehen gesorgt. Wir freuen uns sehr, den Besuchern des Essen Light Festivals diese außergewöhnlichen Kunstwerke zeigen zu können.«

Installation »Aufbruch« des Objektkünstlers Klaus Geldmacher

Nachhaltige Lichtkunst

»Jellyworld« – Die musikuntermalte Installation von Daniel Kurniczak besteht aus bis zu zwei Meter langen leuchtenden Quallen, die aus gebrauchtem Kunststoff gefertigt wurden. Dadurch will der Essener Künstler auch an die Verschmutzung der Meere durch Plastik erinnern. »Algorythmatrix der Möglichkeiten für post-anthropozänisches plastiglomeratisches Leben« von Mark Swysen lädt Alltagsgegenstände mit neuen Bedeutungsebenen auf. Der belgische Künstler hat eine offene, begehbare Matrix aus Aluminium und Acrylat-Blechen konstruiert. Im Zentrum hängt ein überdimensionierter, Quallen-ähnlicher Organismus, bestehend aus einer durchsichtigen Kuppel, an der leere PET-Flaschen in einer Spirale herabhängen. Ein Beamer projiziert genetische Codes zu musikalischen Rhythmen im menschlichen Herzschlag.

Filigrane bunte Lichtinstallationen von Francesco Mariotti

Bei der Installation »Aufbruch« des Objektkünstlers Klaus Geldmacher werden transparente Abfall-Produkte, wie Glühlampen, Neonröhren, Plexiglas und Schalter in transparenten Koffern durch LED-Bänder in verschiedenen Farben zum Leuchten gebracht. Der Schweizer Lichtkünstler Francesco Mariotti hat treibende Flöße geschaffen, auf denen farbige PET-Flaschen befestigt sind. Die filigranen bunten Lichtinstallationen fügen sich zum »Quantum Flower Ballet« zusammen und werden von innen mit jeweils einer solarbetriebenen LED-Lampe beleuchtet. »Elantica« von Tom & Lien Dekyvere macht Licht greifbar – es soll plastisch erfahrbar werden. Aus alten Platinen und farbigen LEDs hat das belgische Künstlerduo eine Installation kreiert, die an eine Luftaufnahme einer Landschaft, einen Roboter oder eine Science-Fiction-Filmszenerie erinnert. Digitale Klänge basierend auf Alltagsgeräuschen sorgen für einen atmosphärischen Klangteppich. Musik und Licht sind solarbetrieben.

Die Jury setzte sich aus Remondis und Lumen in Art B.V. zusammen, die gleichzeitig auch die Sponsoren dieses Preises sind. Remondis ist der weltweit größte Dienstleister für Recycling, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung und deckt somit den ökologischen Bewertungsbereich ab. Lumen in Art B.V. spezialisiert sich auf die Umsetzung diverser Lichtkunstfeste und stellte somit den künstlerischen Aspekt der Jury dar. Der von Remondis und Lumen in Art B.V. geförderte Light Award wird künftig jedes Jahr ausgeschrieben – Neben dem Erhalt des Awards ist die Präsentation auf dem nächsten Essen Light Festival weiterer Bestandteil des Gewinns. Bewerber können eigene Konzepte einreichen, von denen – abhängig von dem Budget und der Umsetzungsmöglichkeit – ein oder mehrere Projekte ausgewählt und ausgestellt sowie international beworben werden (Aufruf zur Bewerbung: tba). Zugelassen sind neu zu entwickelnde, schon fertige und sogar bereits ausgestellte Projekte. Diese können groß oder klein, aber immer wetterfest sein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die prämierten Lichtkunstwerke auch auf europaweiten Festivals der Lumen in Art B.V. auszustellen.

»Elantica« vom Künstler-Duo Tom & Lien Dekyvere erinnert an eine Science-Fiction-Filmszenerie. © J. Bilous

Das Light Festival der Stadt Essen findet seit drei Jahren in der Essener Innenstadt statt. Auf einer Route von zwei Kilometern erwarten die Besucher Videomappings, Lichtinstallationen und Lichtinszenierungen. Das Festival ist Mitglied der International Lightfestival Organisation (ILO) und zählte in 2018 rund 300.000 Besucher.

25.10. – 03.11.2019 | Essen Innenstadt | Mehr Info

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