von FSM am 01.10.2016 in Shopping

Einen Gegenentwurf zur klassischen Kunstszene bietet mit zwei Veranstaltungen jährlich die Essener Kunstmesse contemporary art ruhr (C.A.R.), die seit 2006 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein stattfindet.

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Einen Gegenentwurf zur klassischen Kunstszene bietet mit zwei Veranstaltungen jährlich die Essener Kunstmesse contemporary art ruhr (C.A.R.), die seit 2006 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein stattfindet: Zum einen mit der experimentellen Medienkunstmesse im Sommer und der innovativen Kunstmesse für alle Sparten der zeitgenössischen Kunst im Herbst. Auf der C.A.R. präsentieren sich neue Talente neben bekannten Namen. Zeitgenössische Kunst trifft hier auf ausgezeichnete Industriearchitektur. Die C.A.R. richtet sich sowohl an ein junges, kunstinteressiertes Publikum, als auch an den angehenden oder bereits erfahrenen Kunstsammler. Der Anspruch ist Kunst zu präsentieren, die überraschend, unverwechselbar und auch bezahlbar ist. Das Ausstellungskonzept ist offen und mit seinem »open space« kann man/frau um jeden Stand herumgehen – ohne die klassischen Messekojen, die unnötige Barrieren bilden. Das Konzept möchte innovative Kunstschau und Verkaufsmesse in Einem sein, die Kommunikation zwischen Besuchern, Künstlern und Ausstellern fördert.

Arbeiten von Joachim Schmeisser sowie Vincent Peters, der zu den renommiertesten Modefotografen unserer Zeit zählt, sind in der Galerie »Immagis – Fine Art« Photography aus München zu sehen. Sie sind zum zweiten Mal auf der C.A.R.

Galerie Hoeppner, Großhansdorf, präsentiert unter anderem Arbeiten von Juschi Bannaski, Jörg Immendorff, Heinz Mack. Erstmals dabei ist der Streetart-Künstler Markus Genesius / WOW123, der zu den international anerkanntesten Künstlern dieser aus dem Graffiti entstanden Kunstrichtung gehört.

Die Mülheimer Galerie Ricarda Fox gibt mit Arbeiten von sieben Künstlern Einblicke in ihr Galerie-Programm. Neben Gemälden von Oliver Jordan sind auch Fotoarbeiten von Horst Kistner zu sehen. Bekannt wurde Kistner 2013 durch die erste Installation aus gesammelten Möbeln, in der ein Modell fotografiert wurde. Das Besondere seiner Hell-Dunkel-Kompositionen ist ein Verweis auf die Malerei von Caravaggio und Rembrandt. Inspiriert durch amerikanische Filme der 50er Jahre und Maler wie Edward Hopper.

Die C.A.R. ist auch eine Talentshow überregionaler Künstler. Galerie »Art Moves« zeigt hauptsächlich Positionen von Künstlern, die am Anfang ihrer  Karriere stehen. Die Wahl fiel dieses Jahr, unter anderem auf Klara Landwehr, Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie im Februar 2015, Klasse Lüpertz und Havekost. Wer bereits leuchtend gelbe Bananen auf einem öffentlichen Gebäude erblickt hat, der kennt, vielleicht auch, Thomas Baumgärtel, den Bananensprayer. Der Rheinberger feiert am Stand der Galerie »Art Eck« Solingen in diesem Jahr »30 Jahre Spraybanane«. Aus diesem Anlass stellt der deutsche Künstler eine Edition vor, die für die Freunde der Galerie entwickelt wurde. Einige wenige Exemplare werden für die Messe-Besucher zurück gehalten. 

Wer es minimalistisch mag, dem wird die C.A.R. Talente gefallen. Ein Beispiel ist die Foto-Serie »Lake Balls« von Vladimir Wegener, die vom Scheitern und Fehlschlägen unzähliger Golfbälle erzählt, welche auf dem Grund von Teichen gesunken sind. Das Geschäft mit den Lake Balls, die von spezialisierten Tauchern eimerweise aus den Teichen geborgen werden, hat sich zu einer Art Parallelwirtschaft der Golfsportindustrie entwickelt. 

Die Studieninformationsveranstaltung der Folkwang Universität der Künste mit dem Titel »folkwang*inside«, die im Herbst 2014 zur innovativen Kunstmesse der C.A.R. erfolgreich startete, richtet sich vorwiegend an mögliche Studenten, ist aber gleichermaßen an Eltern, Studieninteressierte und Schüler gerichtet. Begleitet wird das Programm von Studierenden, die über ihre ausgestellten Arbeiten und Entstehungsprozesse sprechen. 

28. bis 30.10.2016 - Welterbe Zollverein                                                     

Weitere Infos: contemporaryartruhr.de