Im Geldrausch

20. Februar 2019

Am 2. März feiert das Stück »Cash – Und ewig rauschen die Gelder« Premiere im Essener Grillo-Theater. Im Stück findet der arbeitslose Eric Swan seine Berufung im Kassieren von Sozialleistungen für nicht vorhandene Untermieter. Die Ämter spielen mit, bis er eines Tages aufzufliegen droht. Nun wird es turbulent und eine Lüge jagt die andere bis Eric beim Happy End doch als Sieger hervorgeht. Für die Dramaturgie hat Carola Hannusch gesorgt. Wir haben ihr ein paar Fragen zum Theaterstück gestellt.

Carola Hannusch, Dramaturgin und Mitglied der künstlerischen Leitung, Schauspiel Essen

Können Sie in einem Satz beschreiben, was eine Dramaturgin macht – für all jene, die keine Ahnung haben?

In einem Satz ist das schwer zu beantworten, denn der Job ist sehr vielseitig. Vieles spielt sich eher im Hintergrund ab, z. B. den Spielplan gestalten, die Regie bei den Proben begleiten und beraten, Stücke lesen und recherchieren.

Was ist für Sie das Spannendste in Ihrem Beruf?

Seine Vielfältigkeit! Der künstlerische Prozess, die Beschäftigung mit Literatur, die Kommunikation sowohl innerhalb des Theaters als auch zum Publikum und vieles mehr sorgen dafür, dass dieser Job zwar stressig, aber nie langweilig wird.

Was war bei »Cash« die absolute Herausforderung?

Die absolute Herausforderung für Regisseur Tobias Materna und das Schauspielensemble ist sicher das enorme Tempo des Stücks. Hier sind exaktes Timing, virtuoses Spiel, komisches Talent, Pointensicherheit, große Wachheit und jede Menge Präzision gefragt. Nur dann wird es wirklich komisch.

Warum sollten sich die Leute »Cash« ansehen?

Weil es sehr lustig und unterhaltsam wird und das tolle Ensemble sein komisches Talent unter Beweis stellt.

In der Farce nimmt Autor Michael Cooney nicht nur eine grassierende Selbstbedienungsmentalität in unserer Gesellschaft aufs Korn, sondern auch die Auswüchse eines Sozialsystems, das mit Ungerechtigkeiten und Gesetzeslücken die eigene Ausnutzung geradezu provoziert. Ist es also keine Boulevardkomödie?

Doch, es ist eine Boulevardkomödie mit allen Zutaten, die dazugehören. Da Komik am besten funktioniert, wenn die betroffenen Personen von einer echten Not getrieben sind, ist »Cash« geradezu idealtypisch: Denn hier liegt der Auslöser für alle Verwechslungen und Pointen in der sozialen Misere der Hauptperson. Die Arbeitslosigkeit von Eric Swan treibt ihn ganz humorlos dazu, das Sozialamt zu hintergehen – die Auswirkungen und der Versuch, aus der Nummer wieder rauszukommen, sind dann hochkomödiantisch.

Grillo-Theater | Theaterplatz 11, 45127 Essen | Premiere: 02.02.2019 | Vorstellungen: 09., 10., 22.03.2019 | Mehr Infos 

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